Mittwochsclub Bildung

Mittwochs-Club vom 30.05.2012: Thema Berufsschule Uri Am Mittwoch dem 30.05.2012 fand der erste von drei geplanten Themen-Abend der Jungfreisinnigen Uri statt. Als Referenten am diesem ersten Abend traten Walter Bachmann, Rektor der Berufsschule Thomas Mettler vom 10. Schuljahr und Fabienne Amstutz, Personalassistent Human Resources von der Dätwyler AG auf. Die Teilnehmer konnten aus erster Hand erfahren, dass die Berufsbildung im Kanton Uri eine hohe Qualität aufweist und wo es noch Verbesserungspotenzial gibt.

Die Vortragsreihe wurde von Herr Bachmann, Rektor der Berufsschule Uri eröffnet. In seinem Referat ging er auf das System der Berufsschule ein, mit all ihren Vorteilen. Auch erklärte er wie die Berufsschule organisiert ist und dass die Berufsschule mit ihren jetzigen Gebäuden an ihre Grenzen stösst. Bereits jetzt können Kurse nicht angeboten werden oder gewisse Klassen müssen ausgelagert werden, weil Räume fehlen.

Herr Bachmann, Rektor der Berufsschule, bei seinem Vortrag.

Diese Situation gilt es nach Ansicht der Jungfreisinngen schnellst möglich zu ändern. Die Berufsschule ist in ihrer Ausbildung nicht nur höchst erfolgreich, wie man z.B. an den zahlreichen Medaillen von Urner Berufsleuten an den Berufsweltmeisterschaften sieht, sondern für Uri auch von zentraler Bedeutung, da der grösste Teil der Urner Schulabgänger die Berufsschule besucht. Zudem stehen die Jungfreisinngen Uri für das duale Bildungssystem ein und somit auch für eine starke Berufsschule mit angemessenen Infrastrukturen.

Ein weiteres Thema an diesem Abend war das 10. Schuljahr, welches von Herr Thomas Mettler, Leiter des 10. Schuljahres, vorgestellt wurde. Die Jungfreisinngen finden dieses Angebot sehr sinnvoll, da man sich schon sehr jung und für einige vielleicht auch zu jung für eine Richtung entscheiden muss und dabei ein Jahr zusätzliche individuelle Vorbereitung den Einstieg ins Berufsleben erheblich vereinfachen kann.

Abgerundet wurde dieser Abend mit einem Referat von Fabienne Amstutz, Assistant Human Ressources bei der Dätwyler AG, welche dem Berufssystem gute Noten gab. die Berufslehre sei international konkurrenzfähig und bilde fachlich hervorragende Berufsleute aus. Schwierigkeiten gäbe es höchstens ab und zu mit der Koordination von Lehrpersonen und Berufsbildner.

Zusammengefasst kann man feststellen, dass der Kanton Uri über ein gut funktionierendes Berufsbildungsangebot verfügt. Nur wenige Jugendliche im Kanton Uri finden nach der Schulzeit kein weiterführendes Angebot (Lehrstelle, Gymnasium). Diese hohe Qualität gilt es zu erhalten, zum Beispiel mit dringend notwendigen Investitionen in die Infrastruktur und weiter zu steigern.

Abschliessend an die Referate diskutierten die Teilnehmer über mögliche Verbesserungen. Ein anwesender Chef einer Baufirma bemängelte zum einen Defizite, was das Rechnen angeht und zum anderen, dass es Arbeiter geben würde, die kaum einen Arbeitsrapport schreiben können. Auch aus Sicht der Jungfreisinnigen sollte man neben den neuen und sicherlich sehr nützlichen Kompetenzen wie Vortragen, Teamfähigkeit und Selbstständigkeit auch zentralen Fähigkeiten wie rechnen, lesen und schreiben wieder vermehrt Aufmerksamkeit widmen.

Kritisiert wurde auch, dass man in der regulären Schulzeit viele Kompetenzen erwirbt, namentlich Englisch, diese aber während der Berufsbildung nicht mehr vertieft werden. Auch wird es als relativ unsinnig betrachtet, dass bei der technischen Berufsmatura Französisch verlangt wird, obwohl es weder während der Lehre auf dem Lehrplan stand, noch später im Studium gebraucht wird. Eine Vereinheitlichung der Lehrpläne zwischen Oberstufe und Berufsschule wäre aus Sicht der Jungfreisinnigen in diesem Bereich sicherlich sinnvoll um die erworbenen Fähigkeiten zu erhalten oder zu verbessern. Zudem sollten technisch begabte Leute nicht wegen eines Defizits im Französisch von einer Berufsmatura abgehalten werden.

Aufgrund der interessanten Referate und Gespräche haben die Jungfreisinngen drei Forderungen erarbeitet:

  • Die räumlichen Probleme der Berufsschule müssen möglichst schnell angegangen und gelöst werden
  • Lesen, rechnen und schreiben müssen als Kernkompetenzen in den unteren Stufen gestärkt werden
  • Die Lehrpläne müssen kohärenter gestaltet werden

Parolen

JA zur Präimplantationsdiagnostik

NEIN zur Stipendieninitiative

NEIN zur Änderung des Radio- und Fernsehgesetz

NEIN zur Erbschaftssteuer