Kirche und Staat   Die Jungfreisinnigen Uri fordern, dass Kirche und Staat konsequent gentrennt werden. Es soll jedem Bürger frei stehen, ob er die Kirche finanziell unterstützen will, oder nicht. Als erster Schritt zur Trennung von Kirche und Staat fordern sie deshalb die Abschaf-fung der Kirchensteuer für Unternehmen. Sie ist moralisch bedenklich, nicht mehr zeit-gemäss und eine zusätzliche Belastung für Urner Betriebe. Der Glaube ist Privatsache. Jeder Mensch hat das Recht selber zu entscheiden, an was er glauben will. Doch ganz so einfach ist es nicht für alle. Denn während Privatpersonen ganz einfach aus der Kirche austreten und sich von der Kirchensteuer befreien können, ist jedes Unternehmen im Kanton Uri gezwungen diese Steuer abzuliefern. Unternehmen sind ihrer Natur nach völlig religionslos. Sie nehmen weder an Gottesdiensten teil, noch haben sie ein Stimmrecht in den Kirchgemeinden. Und trotzdem müssen sie diese Steuern für religiöse Zwecke entrichten. Genau diese Zwangsfinanzierung macht eine Tren-nung von Kirche und Staat unmöglich. Sie zwingt jedes Urner Unternehmen dazu, die Kirche mitzufinanzieren. Und dies völlig ungeachtet persönlicher Ansichten und Wertvorstellungen des Unternehmers. So nobel die Zwecke der Kirche auch sein mögen; es ist das grundsätzli-che Recht jedes Menschen, zu wählen welche Religion er unterstützt. Verschärft wird das Problem der mangelnden Trennung von Kirche und Staat dadurch, dass man als Kunde mit jeder Konsumation und jedem Einkauf, welcher einem Urner Unternehmen Gewinn bringt, automatisch einen Beitrag an die Landeskirchen entrichtet. Dieser Betrag ist alles andere als klein. Momentan beträgt der Steuersatz 1% des Reinge-winns eines Unternehmens. Das führt zur ansehnlichen Summe von 1.3 Mio. Franken für die Katholische und etwa 100'000 Franken für die Evangelische Kirche pro Jahr. Somit ist die Kirchensteuer für juristische Personen nicht nur stossend im Hinblick auf die Glaubensfrei-heit, sondern auch eine finanzielle Belastung für Urner Betriebe. Vor allem die lokalen KMUs leiden schon heute unter den zahlreichen Steuern. Die Abschaffung der Kirchensteuer für juristische Personen löst damit nicht nur ein moralisches Problem, sondern entlastet Betrie-be und stärkt den Wirtschaftsstandort Uri. Abschliessend möchten die Jungfreisinnigen noch einmal betonen, dass sie keinerlei Proble-me mit der religiösen Lehre an sich haben. Sie stören sich aber am staatlichen Zwang, einer bestimmten Glaubensgemeinschaft Abgaben entrichten zu müssen. Es steht jedem Mensch frei, seinen Glauben zu wählen. Genauso sollte es jedem Menschen frei stehen, ob er die Kirche finanziell unterstützen will oder nicht. Egal ob als Privatperson oder als Unternehmer.

Parolen

JA zur Präimplantationsdiagnostik

NEIN zur Stipendieninitiative

NEIN zur Änderung des Radio- und Fernsehgesetz

NEIN zur Erbschaftssteuer